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3,6 Millionen Euro für Sanierung des Mindener Museums
Die Sanierung des Mindener Museums
an der Ritterstraße geht in den Endspurt. Im Februar 2010 lag der Stadt Minden die schriftliche Genehmigung für die umfangreiche Baumaßnahme vor. Der Kreis Minden-Lübbecke hatte als Kommunalaufsicht wegen der schwierigen Haushaltssituation der Stadt Minden in Abstimmung mit der Bezirksregierung Detmold die Ausgabe der für die Sanierung vorgesehenen 3,635 Millionen Euro gestattet. 2,82 Millionen Euro kommen aus den Mitteln des Konjunkturpaketes II und mussten bis Ende 2010 beauftragt sein.
Mehr als zwei Jahre hat das Mindener Museum nun seine Tore geschlossen. Rund 10.000 Exponate - vom kleinen Trachtenschmuck bis zum tonnenschweren Sarkophag - wurden in zwei Außenmagazine gelagert. Betreut wird die Sanierung des Museum vom Mindener Büro [Kasel Architekten] mit den Architekten Gottfried Kasel und Thomas Klakus.
"Ich bin sehr erleichtert und freue mich, dass wir nun endlich die lange geplante Sanierung des Museums angehen können, nachdem das Projekt durch die dramatische Haushaltslage auf der Kippe stand", erklärte Bürgermeister Michael Buhre zum Auftakt der Sanierungsarbeiten vor Journalisten. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass gleich zwei Förderpakete für die seit Jahren geplante und erforderliche Sanierung zur Verfügung stünden. Er unterstrich die Bedeutung des Museums als künftiges "Haus der Geschichte" für Minden - auch unter Kultur-Bildungsaspekten - und dankte der Finanzaufsicht, die in diesem Fall aufgrund der knappen Bauzeit eine Einzelgenehmigung erteilt hatte.
"Wir stehen vor einer großen logistischen Herausforderung", so Philipp Koch bei der Pressekonferenz. Koch ist Leiter des Mindener Museums. Inzwischen zeigt sich das Mindener Museum von außen bereits im neuen Glanz (Foto rechts). Im Oktober 2011 wurde die Verkleidung entfernt.
Jedes Exponat, das eingepackt wurde, musste erfasst und in eine Liste eingetragen werden. Jeder Karton
erhielt ein Etikett. "Das ist sehr wichtig, damit wir später für den Aufbau der neu konzipierten Dauerausstellung, die Stücke auch wiederfinden", erläuterte Dr. Marion
Tüting, Historikerin im Mindener Museum. Sie und einige Kolleginnen und Kollegen waren bereits zuvor damit beschäftigt, Stücke aus den Magazinen zu dokumentieren und einzupacken.
Aufgrund der engen Zeitschiene für die Bauarbeiten - das sind größtenteils Brandschutzmaßnahmen, Wärmedämmung, die Erneuerung der Haustechnik, die Sanierung von sanitären Anlagen und der Bau eines
Fahrstuhls zur behindertengerechten Erschließung - mussten alle sechs Häuser an der Ritterstraße, in denen das Museum untergebracht ist, komplett geräumt werden. Die Wiedereröffnung ist für Ende 2012
vorgesehen.
Die Sanierungskosten werden zum großen Teil aus den Mitteln des Konjunkturpaktes II finanziert. 2,82
Millionen Euro stehen hier zur Verfügung. Der Rest wird aus dem Landesförderprogramm "Aktives
Stadtzentrum" in Höhe von insgesamt 815.000 Euro bezuschusst. Das Land trägt 70 Prozent der Mittel (570
.500 Euro). Der notwendige städtische Eigenanteil wird von einer zweckgebundenen Spende aus einem
Nachlass (244.500 Euro) abgedeckt. Bedingung für die Genehmigung der Finanzaufsicht war, dass die Stadt
für die Maßnahme keine Darlehen aufnimmt und auch, dass die Betriebskosten künftig geringer sind.
Der für die Abdeckung der Eigenmittel eingebrachte Teil des Nachlasses fehlt nun bei der Finanzierung der
neuen Dauerausstellung. Der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums, Dr. Wolfgang Suderow, zeigte sich dennoch optimistisch, in den kommenden zwei Jahren entsprechende
Spenden einzuwerben und Sponsoren zu gewinnen. Für die Einrichtung der neuen Dauerausstellung sind
weitere Fördermittel in Aussicht gestellt. Der städtische Eigenanteil hierfür muss ebenfalls wieder aus privaten Mitteln oder Spenden gestellt werden.
Die Stadt Minden hatte im Jahr 1912 das Haus Nr. 23 an der Ritterstraße für Museumszwecke erworben. Das
geplante Projekt, hier ein heimatgeschichtliches Museum einzurichten, musste jedoch mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf Eis gelegt werden. Ab 1920 wurde das Vorhaben mit Hilfe eines aufgestellten
Konzeptes fortgeführt. 1922 erfolgte dann die Eröffnung des Mindener Museums, das in den folgenden
Jahrzehnten durch Aufkäufe benachbarter Häuser kontinuierlich erweitert wurde. Der gesamte Komplex aus
sechs Häusern im Stil der Weserrenaissance steht unter Denkmalschutz. Die Mindener Museumszeile gilt als eines der bedeutendsten Gebäudeensembles in Westfalen.
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